Achtsamkeit in der Natur
- Kerstin Mehne

- 31. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Feb.

Einen ausgedehnten Spaziergang im heimischen Wald unternehmen, egal ob es draußen sonnig ist oder regnet oder schneit. Oder abends vor dem Schlafengehen noch einmal ins Freie gehen und bei wolkenlosem Himmel die Sterne bewundern. Beim Gehen durch den Garten oder übers Feld schauen und erfühlen, wie die Pflanzen mit kaltem Raureif bedeckt sind.
Diese und viele andere Gelegenheiten sind Möglichkeiten und Angebote in der Natur, die eigene Fähigkeit zur Wahrnehmung zu schulen. Eine besonders intensive Art des Wahrnehmungstrainings ist die „Kunst“ der Achtsamkeit.
„Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Art aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu bewerten.“
Zitat: Jon Kabat-Zinn. Er ist der Begründer des im Westen bekanntesten Achtsamkeitstrainings, der Mindfulness-Based Stress Reduction (kurz: MBSR).
In diesem Sinne kann unsere Entscheidung für eine Zeit in der Natur so etwas wie ein Kurzurlaub sein. Weg vom Medienkonsum, dem Tun am Handy und Computer — hin zum Sein. Spüren, wie unser Körper sich beim Gehen und Atmen anfühlt. Hören, wie die am Boden liegenden Blätter unter den Füßen rascheln oder bei Frost knistern.
Bemerken, wie diese Situation nur jetzt, in diesem Augenblick so sein kann.
Die achtsame Wahrnehmung in der Natur ist eine besondere Chance, ohne zu bewerten präsent zu sein.
Mir persönlich fällt es in Bezug auf Menschen und deren Verhalten oder Situationen auf der Arbeit nicht gerade leicht, das Bewerten sein zu lassen. Wenn es mir dann doch gelingt, entstresst mich das ungemein.
Gerade in der Natur, im Kontakt mit Bäumen, Kräutern und Tieren, kann das als Übung viel leichter fallen — schon deshalb, weil damit weniger Erwartungen verknüpft sind.
Praxisübung: Sinnesspaziergang — Zeitdauer 10–20 Minuten

Wie wäre es mit einem kleinen Ausflug oder Spaziergang in den nächstgelegenen Wald oder Park?
Gehe langsam und wahrnehmend durch die Natur.
Nimm bewusst wahr, was du siehst, hörst, riechst oder fühlst.
Spüre bei jedem Schritt den Boden unter deinen Füßen, das Rascheln der Blätter, das Atmen deines Körpers.
Beobachte den Eindruck jeder Sinneswahrnehmung ohne zu bewerten.
Praxisübung: Grounding — ja, sowas geht sogar im Winter (ca. 5 Minuten)

Suche dir eine naturnahe Grasfläche aus, wo du barfuß gehen kannst.
Zieh die Schuhe aus und spüre, wie du das Gras berührst.
Laufe langsam über Gras, Erde und weiche Pfade.
Spüre jede bewusste Bewegung und noch so kleine Veränderung unter den Füßen.
Der direkte Kontakt zur Erde kann zentrierend wirken und uns in den jetzigen Moment führen.
Wie immer also auch hier wächst die Fähigkeit mit der Wiederholung: eine Woche lang jeden Tag üben bringt dir eine persönliche Naturerfahrung.
Ich wünsche dir Freude beim Üben von Achtsamkeit in der Natur!
Herzliche Grüße
Hanspeter Mehne (Zertifizierter MBSR Trainer)


