Holunderbeeren-Sirup selber machen – mein Rezept und meine Erfahrungen

Wenn sich die Holunderbeeren im Spätsommer tiefviolett bis fast schwarz färben und schwer an ihren Dolden hängen, beginnt für mich eine ganz besondere Zeit.
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In diesem Jahr durfte ich nicht nur reife Holunderbeeren ernten, sondern daraus auch meinen eigenen Holunderbeeren-Sirup selber machen.
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Dabei entstand weit mehr als ein Vorrat für die kommenden Monate.
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Es wurde eine Geschichte über einen hilfsbereiten Nachbarn, schwere glänzende Beerendolden, einen doppelten Regenbogen und einen wunderbaren Duft, der durch unser ganzes Haus zog.
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In diesem Artikel nehme ich Dich mit – von der Ernte bis zum heißen Abfüllen. Außerdem teile ich mein persönliches Rezept und alle Erfahrungen, die sich bei der Verarbeitung für mich bewährt haben.
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Holunderbeeren ernten – manchmal wächst das Gute nebenan
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Im Frühsommer begleitet mich derselbe Holunder bereits mit seinen weißen, duftenden Blüten. Aus ihnen stelle ich gerne einen aromatischen Holunderblütensirup her. Auch klares Wasser lässt sich mit den duftenden Blüten auf ganz natürliche Weise verfeinern.
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Wenn Du auch diese helle und blumige Seite des Holunders entdecken möchtest, findest Du hier mein Rezept für selbst gemachten Holunderblütensirup und mein erfrischendes Holunderblütenwasser.
Auf unserem eigenen Grundstück hatten wir ebenfalls einen Holunder.
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Leider haben die Wühlmäuse seine Wurzeln so stark beschädigt, dass wir ihn verloren haben.
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Umso schöner ist es, dass bei unserem Nachbarn ein prächtiger Holunder wächst. Er freut sich an der Pflanze, erntet die Blüten und Beeren aber selbst nicht.
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Da er weiß, dass ich die „Kräuterfrau“ bin, fragt er mich immer wieder, ob ich etwas davon haben möchte.
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So kam ich in diesem Jahr ganz unkompliziert zu wunderschönen, vollreifen Holunderbeeren.
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Schon der Anblick der Dolden hat mich tief berührt.
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Sie hingen schwer nach unten, dicht besetzt mit dunklen Früchten. Die Sonne schien darauf und ließ die Beeren fast wie kleine schwarze Perlen glänzen.
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Es war einer dieser stillen Augenblicke, in denen man spürt: Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für die Ernte gekommen.
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Natürlich habe ich nicht alle Dolden mitgenommen.
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Ein Teil hing ohnehin so weit oben, dass ich ihn nur mit einer Leiter erreicht hätte. Diese Früchte durften am Strauch bleiben – für die Vögel und alle anderen Tiere, die sich ebenfalls vom Holunder ernähren.
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So wurde die Ernte zu einer kleinen Win-win-Geschichte: Der Nachbar freute sich, dass die Beeren verwendet wurden, ich durfte einen Korb voller Holunder mitnehmen und auch für die Vögel blieb genügend übrig.
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Woran erkenne ich reife Holunderbeeren?
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Ernte nur Dolden, deren Beeren vollständig ausgereift und dunkelviolett bis schwarz gefärbt sind.
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Helle, grüne oder rötliche Beeren sortiere ich aus.
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Auch beschädigte, vertrocknete oder schimmelige Früchte gehören nicht in den Topf.
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Beim Schwarzen Holunder neigen sich die Dolden durch das Gewicht der reifen Früchte häufig nach unten. Die Beeren wirken prall und saftig und lassen sich relativ leicht von den feinen Stielen lösen.
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Wichtig ist außerdem, nur Pflanzen zu sammeln, die Du sicher bestimmen kannst.
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Wenn Du noch unsicher bist, findest Du weitere Merkmale in meinem Pflanzenporträt über den Schwarzen Holunder.
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Meine allgemeinen Hinweise zu Sammelplätzen, Ausrüstung und achtsamem Ernten habe ich außerdem in meinen 11 Tipps zum Kräutersammeln zusammengestellt.
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Holunderbeeren zupfen unter einem doppelten Regenbogen
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Nachdem ich mit meinen geernteten Dolden nach Hause gekommen war, begann die eigentliche Verarbeitung.
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Zuerst mussten die Beeren von den Stielen gelöst werden.
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Man kann dafür eine Gabel verwenden und die Früchte vorsichtig von den Dolden streifen. Ich habe mich ganz bewusst für das Zupfen mit den Händen entschieden.
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So konnte ich jede Dolde noch einmal genau anschauen und einzelne hellere oder nicht ganz reife Beeren direkt aussortieren.
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Das Zupfen braucht ein wenig Zeit. Es ist aber keine schwere Arbeit – eher eine ruhige Tätigkeit, bei der die Hände irgendwann fast von selbst ihren Rhythmus finden.
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Und dann geschah etwas, das mit dem eigentlichen Rezept überhaupt nichts zu tun hatte und trotzdem zu einem der schönsten Momente dieses Nachmittags wurde.
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Während ich draußen saß und Beere für Beere von den Dolden löste, zog eine dunkle Wolkenwand heran. Gleichzeitig schien noch die Sonne.
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Plötzlich erschien ein Regenbogen.
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Kurz darauf zeigte sich sogar ein zweiter.
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Ich saß dort, die Hände zwischen den dunklen Holunderbeeren, und über mir spannte sich dieser doppelte Regenbogen über den Himmel.
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Natürlich musste ich ein Foto machen.

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Meine Hände konnten anschließend einfach weiterarbeiten, während meine Augen immer wieder nach oben wanderten.
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Genau solche Augenblicke sind für mich Kräuterwissen in seiner schönsten Form.
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Nicht nur bestimmen, sammeln und verarbeiten.
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Sondern draußen sein.
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Wahrnehmen.
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Staunen.
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Und erleben, wie sich eine ganz alltägliche Arbeit mit einem besonderen Naturmoment verbindet.
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Holunderbeeren-Sirup selber machen – mein persönliches Rezept
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Nach der Ernte stand für mich schnell fest, dass ich aus den Früchten einen Holunderbeeren-Sirup selber machen möchte.
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Sirup lässt sich später vielseitig verwenden. Ich kann ihn mit Wasser verdünnen, in ein warmes Getränk geben oder als fruchtige Zutat für Speisen nutzen.
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Auch über die Art der Süße habe ich nachgedacht.
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Zunächst hatte ich überlegt, Xylit beziehungsweise Birkenzucker oder Erythrit zu verwenden. Für meine Zubereitung habe ich mich schließlich bewusst für klassischen Haushaltszucker entschieden.
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Zucker sorgt nicht nur für die Süße, sondern beeinflusst auch Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit einer Fruchtzubereitung.
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Zutaten für meinen Holunderbeeren-Sirup
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1 kg vollständig reife Holunderbeeren
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450 ml Wasser
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500 g Zucker
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Zitronensaft nach Geschmack
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etwas Einmachhilfe nach Herstellerangabe
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Diese Küchenutensilien habe ich verwendet
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einen ausreichend großen Topf
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ein feines Sieb
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ein Mull- oder Passiertuch
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eine große Schüssel
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eine Schöpfkelle
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einen Trichter
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sterilisierte Flaschen und passende Verschlüsse
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Handschuhe
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eine Schürze oder unempfindliche Kleidung
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Mein wichtigster Vorbereitungstipp lautet: Lege Dir alles bereit, bevor Du mit dem Kochen beginnst.
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Sobald der Sirup heiß abgefüllt werden soll, ist es angenehm, wenn Flaschen, Verschlüsse, Trichter und Schöpfkelle bereits griffbereit stehen.
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Holunderbeeren-Sirup zubereiten – Schritt für Schritt
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Schritt 1: Holunderbeeren sorgfältig verlesen
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Zuerst habe ich die Beeren mit den Händen von den Dolden gezupft.
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Dabei habe ich alle hellen, unreifen oder beschädigten Früchte sowie möglichst viele kleine Stielreste entfernt.
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Anschließend die reifen Beeren sorgfältig gewaschen.
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Holunderbeeren färben ausgesprochen stark. Deshalb empfehle ich unbedingt Handschuhe, eine Schürze und Kleidung, bei der ein möglicher Fleck kein kleines Familiendrama auslöst.
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Schritt 2: Beeren mit Wasser aufkochen
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Die vorbereiteten Holunderbeeren kamen zusammen mit 450 ml Wasser in einen großen Topf.
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Ich habe die Mischung aufgekocht und die Beeren anschließend ungefähr 15 Minuten köcheln lassen. So lange bis die Beeren weich wurden und ihren Saft ausschieden.
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Das gründliche Erhitzen ist wichtig. Unreife oder ungegarte Holunderbeeren können unerwünschte Stoffe enthalten und Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
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Rohe Holunderbeeren gehören deshalb nicht in Smoothies, kalte Fruchtzubereitungen oder ungekochte Naschereien.
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Schritt 3: Holunderbeeren durch ein Mulltuch abseihen
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Nach dem Kochen habe ich die weichen Früchte durch ein spezielles Mull- beziehungsweise Passiertuch gegeben.
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Dieses Tuch hat sich für mich wunderbar bewährt.
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Ich konnte es über den Früchten zusammendrehen und den Saft vorsichtig herauspressen.
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Anschließend habe ich das gefüllte Tuch mit einem wassergefüllten Gefäß beschwert und ca.1 Stunde abtropfen lassen.
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Dabei kam erstaunlich viel zusätzlicher Saft zusammen.
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Mein Tipp: Gib dem Abtropfen Zeit.
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Du musst die Früchte nicht mit aller Kraft ausdrücken. Wenn das Tuch eine Weile ruhen darf, löst sich häufig noch viel Flüssigkeit von selbst.
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Schritt 4: Zucker, Zitronensaft und Einmachhilfe hinzufügen
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Den aufgefangenen Holundersaft habe ich anschließend zurück in den Topf gegeben.
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Dazu kamen 500 g Zucker, Zitronensaft nach Geschmack und etwas Einmachhilfe entsprechend der Herstellerangabe.
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Diese Mischung habe ich erneut aufgekocht.
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Und spätestens jetzt war der Holunder nicht mehr nur im Topf.
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Er war im ganzen Haus.
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Der warme, fruchtige Duft zog durch unsere Räume. Auch mein Mann bemerkte ihn sofort und wir waren beide ganz beseelt davon.
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Ich hatte nicht erwartet, dass mich gerade dieser Duft so berühren würde.
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Für einen Moment fühlte es sich an, als wäre der Spätsommer selbst bei uns eingezogen und hätte es sich in jedem Zimmer ein wenig gemütlich gemacht.
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Genau solche Erfahrungen gebe ich gerne weiter.
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Nicht nur: „Nimm diese Menge und koche sie so lange.“
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Sondern auch: Wie fühlt es sich an? Wie riecht es? Was verändert sich während der Verarbeitung?
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Denn Pflanzen sprechen nicht nur über Inhaltsstoffe und Rezepte zu uns. Manchmal füllen sie einen ganzen Raum mit Erinnerung, Genuss und Lebensfreude.
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Schritt 5: Sirup heiß in sterilisierte Flaschen füllen
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Meine Flaschen und Verschlüsse hatte ich vorher gründlich gereinigt und sterilisiert.
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Den fertig gekochten Holunderbeeren-Sirup habe ich sehr heiß mithilfe eines Trichters in die vorbereiteten Flaschen gefüllt und diese sofort verschlossen.
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Beim Arbeiten mit heißem Sirup ist Vorsicht wichtig. Die Flaschen sollten hitzebeständig sein und sicher stehen.
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Verschütteter Zuckersirup ist nicht nur sehr heiß, sondern klebt auch mit einer Begeisterung, die man sich an anderer Stelle manchmal wünschen würde.
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Wie bewahre ich meinen Holunderbeeren-Sirup auf?
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Zucker, Säure, Einmachhilfe, saubere Flaschen, ausreichendes Erhitzen und heißes Abfüllen unterstützen die Haltbarkeit.
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Eine pauschale Lagerdauer lässt sich bei einer eigenen Rezeptur jedoch nicht allein anhand dieser Arbeitsschritte bestimmen. Der natürliche Säuregehalt der Früchte kann unterschiedlich sein.
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Ungeöffnete Flaschen bewahre ich kühl, dunkel und trocken auf.
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Nach dem Öffnen gehört der Sirup in den Kühlschrank und sollte zeitnah verbraucht werden.
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Wenn sich eine Flasche wölbt, zischt, schäumt, ungewöhnlich riecht oder sichtbare Veränderungen zeigt, wird der Inhalt nicht mehr probiert, sondern vollständig entsorgt.
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Was kann ich mit dem Holunderbeeren-Trester machen?
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Nach dem Abseihen bleibt der ausgepresste Fruchttrester zurück.
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Ich mag den Gedanken, bei einer Ernte möglichst wenig achtlos wegzuwerfen.
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Bei Holunder ist jedoch wichtig, dass auch eine mögliche Weiterverwendung sicher erfolgt. Trocknen allein ersetzt das notwendige Erhitzen nicht.
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Bereits gekochter Trester kann für eine weitere gründlich erhitzte Zubereitung verwendet werden.
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Wer sich dabei unsicher ist, gibt ihn besser auf den Kompost.
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Eine rohe Verwendung, beispielsweise im Müsli oder Smoothie, empfehle ich nicht.
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Auch die roten Doldenstiele durften bleiben
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Nach dem Abzupfen der Holunderbeeren blieb das fein verästelte Gerüst der Dolden zurück. Die rötlichen Fruchtstiele fand ich viel zu schön, um sie einfach wegzuwerfen.
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Deshalb habe ich einige davon aufgehoben und später an meinen Türkranz gesteckt. Mit ihrer filigranen Form und dem warmen Rot setzen sie dort einen ganz natürlichen spätsommerlichen Akzent.
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So durfte noch ein weiterer Teil meiner Holunderernte bleiben – nicht im Glas, sondern als kleine Erinnerung an der Haustür.

Rosafarbenes Holunderwasser – eine kleine Zugabe
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Selbst beim Aufräumen hat mir der Holunder noch eine kleine Überraschung geschenkt.
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Trichter, Sieb und Gefäße waren nach der Verarbeitung wunderschön violett gefärbt.
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Bevor ich alles gründlich gespült habe, schwenkte ich die Geräte mit etwas frischem Trinkwasser aus und fing das gefärbte Wasser auf.
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Das Ergebnis war ein zart rosafarbenes Holunderwasser.
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Am Abend habe ich einen Teil davon noch einmal erwärmt und getrunken.
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Und während ich später an meinem Artikel arbeitete, stand tatsächlich wieder ein Glas davon neben mir.
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Dieses Rosa sah einfach zauberhaft aus.
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Vielleicht war es nur ein Glas Wasser.
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Und doch steckte für mich darin noch einmal die ganze Geschichte:
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der Holunder beim Nachbarn,
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die schweren, glänzenden Dolden,
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die Früchte für uns und die Früchte für die Vögel,
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der doppelte Regenbogen,
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der Duft im Haus
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und schließlich dieses rosafarbene Getränk auf meinem Schreibtisch.
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Mein Fazit: Holunderbeeren mit allen Sinnen erleben
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Meinen eigenen Holunderbeeren-Sirup selber zu machen war für mich weit mehr als die Herstellung eines Getränks.
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Es war ein kleines Spätsommererlebnis, das beim Nachbarn begann und schließlich als tiefroter Sirup in meinen Flaschen endete.
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Dazwischen lagen das achtsame Ernten, das ruhige Zupfen, der doppelte Regenbogen, violette Finger trotz Handschuhen und dieser wunderbare Duft im ganzen Haus.
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Vielleicht bekommst Du beim Lesen Lust, selbst einmal nach reifen Holunderbeeren Ausschau zu halten.
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Sammle achtsam, bestimme die Pflanze sicher, lasse genügend Früchte für die Tiere zurück und erhitze die Beeren immer gründlich.
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Und vergiss bei aller Vorbereitung nicht, zwischendurch auch einmal nach oben zu schauen.
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Vielleicht wartet dort kein doppelter Regenbogen.
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Aber die Natur findet bekanntlich viele Wege, uns etwas Schönes zu schenken.
FAQ
Kann man Holunderbeeren roh essen?
Nein. Rohe, unreife oder unzureichend erhitzte Holunderbeeren können unerwünschte Stoffe enthalten und Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Die Beeren sollten vor dem Verzehr gründlich gekocht werden.
Woran erkenne ich reife Holunderbeeren?
Reife Beeren des Schwarzen Holunders sind dunkelviolett bis fast schwarz, prall und saftig. Die schweren Dolden neigen sich häufig nach unten. Helle, grüne, rötliche oder beschädigte Beeren werden aussortiert.
Wie lange sollte man Holunderbeeren kochen?
Für mein Rezept habe ich die Holunderbeeren aufgekocht und anschließend etwa 15 Minuten köcheln lassen. Entscheidend ist, dass alle Früchte vollständig und gründlich erhitzt werden.
Warum wird Holunderbeeren-Sirup mit Zucker hergestellt?
Zucker sorgt für Süße und Konsistenz und trägt zur Haltbarkeit einer Fruchtzubereitung bei. Für eine sichere langfristige Lagerung bei Raumtemperatur sollte dennoch eine geprüfte Einkochrezeptur verwendet werden.
Kann man den Trester der Holunderbeeren weiterverwenden?
Bereits gekochter Trester darf nur für eine weitere gründlich erhitzte Zubereitung verwendet werden. Trocknen allein ersetzt das Erhitzen nicht. Bei Unsicherheit ist Kompostieren die sicherere Lösung.



